
Die 1989 in Zürich geborene Meret Gut bewegt sich zwischen zwei scheinbar gegensätzlichen Welten: der Naturwissenschaft und der Poesie. Ihr Studium an der Universität Zürich und University of Cambridge schloss sie mit einem Master in Molekularbiologie ab. Später wurde sie an der Zürcher Hochschule der Künste aufgenommen. Beruflich ist sie als Biologielehrerin tätig, setzt sich für den Naturschutz ein und schreibt Poesie. Ihre Lyrik zeichnet sich durch eine zurückhaltende und doch eindringliche, sinnliche Sprache aus, welche Naturbilder mit Themen wie Körperlichkeit, Vergänglichkeit und Transformation verbindet. Sie verdichtet Erfahrungen und Beobachtungen zu präzisen, bildstarken Versen. Jedes Wort scheint sorgfältig gewählt.
Ihr erster Gedichtband mit dem Titel «Einen Knochen tauschen» erschien im Jahr 2017. Drei Jahre später folgte mit «Die Frau mit dem violetten Herzen» der zweite Gedichtband. Er enthält vierundfünfzig Gedichte, unterteilt in folgende vier Kapitel: Trommeln der Angst, Schakale, Zauberin am Berg und Fruchtbare Erde. In «Die Frau mit dem violetten Herzen» geht es hauptsächlich um die Natur. In unterschiedlichsten Formen begegnet uns Mutter Erde in ihren zarten, als auch mahnenden Gedichten. Meret Gut versetzt sich in Bäume, Berge, Winde und Seen. Ihre Gedichte laden uns als Leser/-innen zum Innehalten ein. So spricht das erste Gedicht «Mutter» bereits eine deutliche Sprache. Wir lesen darin melancholische, bildstarke Verse wie: «Mit müden, ausgelaugten Augen schaust du uns bange an.», «Wir haben Löcher in deine Haut gesprengt» oder «Du weinst, / deine Wasser steigen verzweifelt, / deine Gletscher verlieren ihre Zungen.», als Hinweis auf den aktuellen Klimawandel. Ihre Lyrik und Kurzprosa wurden bereits in diversen Zeitschriften veröffentlicht.
Die Lyrikerin präsentiert ihre Gedichte regelmässig bei Lesungen in der Schweiz, oft in Zusammenarbeit mit Musiker/-innen und Kunstschaffenden. Sie war unter anderem bei den Solothurner Literaturtagen, dem Interdisziplinären Kunstfestival Winterthur, beim Long Lake Festival Lugano und im Theater Stok in Zürich zu Gast. Darüber hinaus sind ihre Werke in internationalen Anthologien erschienen, etwa in einer zweisprachigen Sammlung aktueller Schweizer Lyrik in Kolumbien oder in einer Übersetzung ins Griechische im Buch «Anthologie junger deutschsprachiger Schweizer Lyriker/-innen». Meret Guts Lyrikbände sind im Wolfbach Verlag erschienen.
Bild Einstieg: ©Franjo Seiler
Stadtbibliothek Rapperswil- Jona, Felicia Meyer

Die Stadtbibliothek Rapperswil-Jona möchte bekannten und weniger bekannten Frauen und ihrem Werk mehr Sichtbarkeit verleihen. Das künstlerische und wissenschaftliche Schaffen dieser Frauen wird monatlich in Form eines Porträts gewürdigt. Nachdem sich die Beiträge zu Beginn auf Frauen aus dem Bereich der Kunst konzentrierten, werden seit 2024 auch Persönlichkeiten aus verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen in den Blick genommen.
Das aktuellste Porträt der Reihe «Frauen der Künste und der Wissenschaften» finden Sie immer am ersten Freitag des Monats im Newsletter und fortlaufend auf unserer Webseite.
Eine Auswahl an Medien für eine weiterführende Beschäftigung mit den
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