Frauen der Künste und der Wissenschaften

Amelia Earhart
Flugpionierin

Amelia Earhart, neben einem Merrill CIT-9 Safety Plane, circa 1928. © Foto: Los Angeles Daily News. Quelle: Wikimedia Commons
Amelia Earhart, neben einem Merrill CIT-9 Safety Plane, circa 1928. © Foto: Los Angeles Daily News. Quelle: Wikimedia Commons

Amelia Earhart (1897–1937)

Amelia Mary Earhart (*1897) war eine US-amerikanische Flugpionierin und Frauenrechtlerin. Internationale Bekanntheit erlangte sie 1928, als sie als erste Frau in einem Nonstop-Flug (20 Stunden Flugzeit) den Atlantik überquerte. Obwohl sie bei diesem Flug lediglich als Passagierin mitflog, wurde sie als «Frau des Jahres» gefeiert und avancierte zum Idol vieler junger Frauen. Doch für Earhart war dies nicht genug. [Ich war nur Gepäck, wie ein Sack Kartoffeln.] (Die Himmelsrichtungen, 2024)

1932, fünf Jahre nach Charles Lindbergh, überquerte Earhart als erste Frau den Atlantik im Alleinflug. Zudem wurde ihr als erster Frau das «Distinguished Flying Cross» verliehen. In ihrer Dankesrede meinte sie mit Humor: [Einige Aspekte des Fluges sind übertrieben dargestellt worden, fürchte ich. Es war viel spannender zu schreiben, ich sei mit den letzten Litern Treibstoff gelandet. Tatsächlich hatte ich noch über vierhundert Liter. Und ich habe bei der Landung keine Kuh getötet – es sei denn, eine wäre vor Angst gestorben.] (Wikipedia)

Schon früh war Earhart vom Fliegen fasziniert. Um sich die Fluglizenz zu finanzieren, hatte sie 28 verschiedene Jobs – unter anderem als Lehrerin, Sozialarbeiterin und als Militärkrankenschwester –, bevor sie 1921 mit ihrer ersten Flugstunde begann. Sechs Monate später kaufte sie sich ihr erstes Flugzeug, eine knallgelbe Zweisitzermaschine mit offenem Cockpit, die sie «The Canary» (Kanarienvogel) taufte. Schon bald flog sie höher als jede Frau vor ihr und gründete den «Club der 99», einen Zusammenschluss wagemutiger Pilotinnen.

Mit ihren Rekordflügen wollte sie beweisen, dass Frauen zu technischen Höchstleistungen in der Lage sind. Sie unterstützte junge Frauen bei der Berufswahl, half ihnen, in technischen Berufen Fuss zu fassen und engagierte sich aktiv in der Ausbildung von Pilotinnen.

Earhart war eigenständig und liebte die Freiheit. Sie lehnte ein Leben als Hausfrau und Mutter ab. Erst den sechsten Heiratsantrag ihres Verehrers und Mentors George Palmer Putnam nahm sie 1931 an. Beide vereinbarten eine offene Ehe.

Amelia Earhart stellte immer neue Rekorde auf. 1937 stand ihr grösstes Abenteuer bevor: Sie wollte einmal um die Welt fliegen. Begleitet wurde sie von dem erfahrenen Navigator Fred Noonan. Die Reise sollte in Oakland in Kalifornien starten und in Hawaii enden. Der letzte Zwischenstopp war die sogenannte Howlandinsel, auf der eigens für sie eine Landebahn gebaut worden war. Das Vorhaben war riskant. Der Funkkontakt brach ab und die beiden erreichten die Howlandinseln nie. Amelia Earhart wurde 1937 für verschollen und 1939 für tot erklärt. Zu ihren Ehren wurde auf den Howlandinseln ein Leuchtturm gebaut, der den Namen «Amelia Earhart Light» trägt.

Ein eindrucksvolles Bild von Earharts Leben vermittelt der Roman «Die Himmelsrichtungen» von Jo Lendle. In diesem wird Earharts Geschichte rückwärts erzählt und lässt erahnen, welche faszinierende und charismatische Persönlichkeit sie war.

Stadtbibliothek Rapperswil- Jona, Iris Gabathuler


Bild Einstieg: Amelia Earhart, vor dem ersten Flug über den Atlantik, 1928. © Foto: Okänd/ Unknown (Bildausschnitt). Quelle: Wikimedia Commons


Medien in unserem Bestand

  • «Die Himmelsrichtungen», Lendle, Jo (Roman, Biografisches)
  • «Amelia Earhart», Hardy-Gould, Janet (Belletristik Englisch, Easy Reader)
  • «Earhart – der abenteuerliche Flug einer Wühlmaus um die Welt», Kuhlmann, Torben (Bilderbuch Kinder)
  • «Earhart – der abenteuerliche Flug einer Wühlmaus um die Welt», Kuhlmann, Torben (Hörbuch Kinder)
  • «Amelia Earhart – Little People, Big Dreams», Sánchez Vegara, Ma Isabel; Mariadiamantes (Bilderbuch Kinder)

Quellen

  • Amelia Earhart – Wikipedia
  • «Die Himmelsrichtungen», Lendle, Jo (Roman, Biografisches
  • «Amelia Earhart – Little People, Big Dreams», Sánchez Vegara, Ma Isabel; Mariadiamantes (Bilderbuch Kinder)
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Die Stadtbibliothek Rapperswil-Jona möchte bekannten und weniger bekannten Frauen und ihrem Werk mehr Sichtbarkeit verleihen. Das künstlerische und wissenschaftliche Schaffen dieser Frauen wird monatlich in Form eines Porträts gewürdigt. Nachdem sich die Beiträge zu Beginn auf Frauen aus dem Bereich der Kunst konzentrierten, werden seit 2024 auch Persönlichkeiten aus verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen in den Blick genommen.

Das aktuellste Porträt der Reihe «Frauen der Künste und der Wissenschaften» finden Sie immer am ersten Freitag des Monats im Newsletter und fortlaufend auf unserer Webseite. Eine Auswahl an Medien für eine weiterführende Beschäftigung mit den Frauenfiguren bietet Ihnen unser Bestand vor Ort.

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