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Monas Augen
Belletristik

Monas Augen
Monas Augen

Von Thomas Schlesser
Belletristik Erwachsene

An einem Sonntag verändert sich das Leben der zehnjährigen Mona von einem Moment auf den anderen: Sie kann plötzlich nichts mehr sehen.

Mona und ihre Eltern fahren panisch ins Krankenhaus und dann geschieht das Wunder: Der dunkle Schleier, der sich über Monas Augen gelegt hatte, verschwindet so schnell, wie er gekommen war. Mona lässt zahlreiche Untersuchungen über sich ergehen, aber es kann keine Ursache für die vorübergehende Blindheit gefunden werden. Die Ärzte empfehlen, dass sie zu einem Kinderpsychiater geht, um die Ursache dafür zu finden. Ihr Grossvater soll sie wöchentlich dorthin begleiten.

Da dessen Frau erst vor kurzem verstorben ist, erträgt er den Gedanken nicht, vielleicht noch einen geliebten Menschen in seinem Leben zu verlieren. So schmiedet er einen eigenen Plan: Er möchte Mona die Schönheit der Welt auf eine ganz besondere Weise zeigen, damit sie diese in sich aufnehmen kann.
Er holt Mona fortan immer mittwochs von der Schule ab und anstatt zum Kinderpsychiater zu gehen, besuchen sie heimlich die grossen Pariser Museen und schauen sich jede Woche ein einzelnes Kunstwerk an. Mona soll jedes Kunstwerk genau betrachten und dessen Schönheit in sich aufsaugen. Es erspinnt sich ein zartes Netz zwischen Grossvater und Enkelin, das geprägt ist von der Zuneigung zueinander und neugierigen Fragen des Kindes an den Grossvater, an die Kunst und an das Leben. Teils wirken die Dialoge etwas zu weise für Monas Alter, aber sie hinterlassen den Leser mit frohen und bereichernden Lesemomenten. Mona lernt nicht nur die Kunstwerke, sondern auch sich selbst besser kennen und entdeckt schliesslich den Grund für ihr Leiden.

Die Leser/-innen werden unmittelbar in die Welt der Kunst und der Gemälde hineingezogen und durch die packende Schreibweise des Autors finden wir uns teils mitten in den Kunstwerken und deren Geschichten wieder – in einer Welt aus Farben, Leidenschaft und Magie. Wir erhalten völlig neue Einblicke in uns bereits vertraute Kunstwerke oder werden liebevoll an neue herangeführt.

Weit entfernt von einem Kunstlexikon ist Thomas Schlesser ein wunderbarer Roman gelungen, der uns auf eine faszinierende Reise mitnimmt und in die Geschichte von zwei Menschen eintauchen lässt, die auf der Suche nach der Schönheit des Lebens sind.

Stadtbibliothek Rapperswil-Jona, Julia Deger-Helmle

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