
Von Nina Bussmann
Belletristik Erwachsene
Drei Wochen lang reist Elena in die Ferien an die französische Atlantikküste. Mit dabei sind ihre beiden Kinder, die beste Freundin der Tochter und die Nanny. Ohne Rücksprache mit ihren Liebsten sagt Elena sofort zu, als ihre Chefin ihr ein Ferienhaus anbietet. Ihr Mann bleibt zu Hause.
Doch der Schein idyllischer Ferien trügt: In unmittelbarer Nähe wüten verheerende Waldbrände, die Villa ist marode und steht leer, weil die Besitzerin im Hospiz liegt. Und wer ist dieser vermeintliche Hausmeister der ständig in der Nähe ist? Werden sie beobachtet? Trotz aller Widrigkeiten will Elena die Ferien geniessen und täglich, bei jedem Wetter, ans Meer gehen.
Elena hat die Nanny Eve als Freundin in die Ferien eingeladen – eine scheinbar grosszügige Geste. Für Eve sind es jedoch eher bezahlte Arbeitswochen am Meer, denn Elena und die Kinder brauchen sie mehr denn je.
Als unangekündigt Fremde auftauchen, die nicht die Absicht hegen, schnell wieder zu gehen, steigt die Spannung. Die Gruppendynamik verändert sich und Eifersucht und Misstrauen machen sich breit. Warum lässt Elena die beiden ungehindert auf dem Grundstück wohnen?
Elena lässt sich treiben. Unfähig zu handeln, hofft sie, dass sich die Probleme von selbst lösen – die Waldbrände, ein streunender Hund, die Überschwemmung in Deutschland. Erst das Verschwinden ihrer Tochter reisst sie aus ihrer Passivität.
Die Ereignisse werden abwechselnd aus der Perspektive von Elena und ihrer Nanny Eve erzählt. Dabei wird deutlich, wie unterschiedlich Handlungen wahrgenommen werden.
Ein fesselnder, tiefgründiger Roman, in dem die Beziehungen und Rollen verschwimmen.
Stadtbibliothek Rapperswil-Jona, Iris Gabathuler